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Lyrik

Und jetzt ein paar Gedichte. Muß auch mal sein.

 

Es sprach der Dichter auf dem Klo:

"Es macht mich nur die Lyrik froh!

Wenn Vers und Reim die Seele laben,

Wenn Sinn und Form verschmolzen sind,

Dann will das Glück kein Ende haben!"

Es seufzt sein Sohn: "Der Alte spinnt!"

 

Dichter hat viel nachgedacht

Und dann einen Reim gemacht.

Leben, Tod und tiefer Sinn

Stecken in dem Verslein drin.

"Dies", spricht er, "hilft mir zum Ruhme,

Bringt mir Ehre und viel Geld.

Golden glänzt der Lyrik Blume

Auf dem öden Feld

Dieser schnöden Welt!"

Kommt der Hund ins Zimmer rein,

Gar nichts könnte schlimmer sein.

Hat die Verse aufgefressen.

Dichter kann den Ruhm vergessen.

 

Der Dichter stand am Eichenbaum

Wohl eine volle Stunde.

"So will ich dieses Zeichen schaun,

Wie Starkes geht zugrunde!"

Die Motorsäge ist zur Hand,

Der Motor wird gestartet.

"Geh in der ew´gen Wälder Land!

Ich hab genug gewartet!

Du wirst gefällt! Dies ist dein Ende!

Als Feuerholz mir Wärme spende,

Wenn Schnee und Eis und Fröste dräuen.

Dann sollst du knisternd brennen!

Dann will ich mich der Wärme freuen

Und vor dem Ofen pennen!"

Der Dichter setzt die Säge an.

Es knirscht die alte Eiche.

Da trifft ein Span den Dichtersmann

Gar mitten in das Weiche.

Das Blut färbt seine Hose rot.

Er schreit: "Oh weh, bald bin ich tot!"

Die Säge fällt ihm auf den Fuß,

Durchtrennt den großen Zeh.

Vor Augen wird ihm schwarz wie Ruß

Und alles tut ihm weh.

Nach circa dreieinviertel Stunden

Hat ihn dann seine Frau gefunden.

Man brachte ihn ins Hospital.

Er überlebt. Für dieses Mal.

 

Dichter will aus Goethes Knochen

Eine gute Suppe kochen.

Diese soll die Dichtkraft stärken

Und ihn inspiriern zu Werken,

Wovon noch die Nachwelt spricht.

Doch er fand den Spaten nicht.

 

Es hat der Dichter Durst auf Tee.

Die Frau ist nicht daheim.

Sie hat gesprochen: "Mann! Ich geh

Und lasse dich allein!"

Der Dichter rannte an den Fluß,

Weil man ja Wasser holen muß.

Dann rupfte er so manches Kraut,

Aus dem man Kräuterbrühe braut.

"Das ist Bio! Das ist gut!"

So macht sich der Dichter Mut.

Er kocht die Kräuter auf dem Herd

Im Wasser aus dem Flusse.

Der Duft ist wohl der Mühe wert.

Er freut sich dem Genusse.

Er schöpft die Brühe in den Becher

Und spricht: "Ich bin ein Bio-Zecher!

Ich trinke nur, was auch gesund.

Chemie kommt mir nicht in den Mund."

Der Tee war heiß. Er hat´s verkannt

Und sich die Lippen dran verbrannt.

Das bringt den Dichter zum Verstummen.

Er muß sich mit Verband vermummen

Und sieht wie eine Mumie aus.

Da kommt die Ehefrau nach Haus.

Sie denkt, er sei ein Übeltäter

Und macht ein riesiges Gezeter,

Schlägt ihm ein Lexikon aufs Haupt

Und kreischt: "Hier wird nicht ausgeraubt!"

Acht Tage war der Dichter krank.

Jetzt reimt er wieder. Gott sei Dank!

 

 

2.12.06 13:01


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Seltsam

Es sieht fast so aus, als wäre "seltsam" mein neuestes Lieblingswort. Es gibt so viele Dinge, die seltsam sind. Seltsam ist etwas, wenn man entweder überrascht ist und/oder keine schnelle Erklärung zur Hand hat. Seltsam ist die Entstehung der Gedanken und Ideen. Seltsam ist es, daß eine Figur, die man sich ausgedacht hat, während des Schreibprozesses plötzlich ein Eigenleben gewinnen und quasi vorgeben kann, was sie erleben möchte. Pauli hat schon sehr bald angefangen, zu machen, was er will. Wobei er da im zweiten Band natürlich gewissen Einschränkungen unterworfen war, weil Becki sich sehr bald schon als ziemlich dominantes Persönchen herausgestellt hat. Ich weiß nicht, ob Pauli ihr immer gewachsen war. Aber er liebt sie halt. Was soll man da machen?

Seltsam ist es auch, wenn man ein Buch gelesen hat und später dann vielleicht die Verfilmung des Buches im Fernsehen sieht. Das kann eine herbe Enttäuschung sein. Da entstehen während des Lesens bildartige Vorstellungen im Geist, und wenn die dann nicht einigermaßen in Übereinstimmung zu bringen sind mit dem, was auf der Mattscheibe flimmert, kann die Enttäuschung groß sein. Ein "Volltreffer" war meiner Meinung nach die Verfilmung des "Zauberberg" von Thomas Mann. Aber letztlich sind die "Filme" im eigenen Kopf zumeist doch sehenswerter als das, was im Fernsehen läuft. Seltsam.

9.12.06 14:35


Weihnachten

Weihnachten war spitze. Ich hab zwar kein einziges Geschenk bekommen, und zumindest eine Sache hätte ich mir sehr gewünscht gehabt, aber naja. Ein Freund hatte ein paar Tage vorher eine schöne Flasche Weißwein mitgebracht, obwohl ich sonst ja nur roten trinke. Egal. Nach zwei Gläsern war ich sturzbetrunken und hab dann fast nur noch rumgelacht, aber das war nicht schlimm, denn wir haben "Beverly Hills Cob 1" gesehen.

Wo dann Axel Foley zu dem Rosewood sagt, er habe sich grad in ihn verliebt. Wer das gesehen hat, der weiß, was echte Liebe ist. Aber ich schätze mal, das haben wohl die wenigsten Zuschauer begriffen. An den nächsten Tagen guckten wir dann Teil 2 und 3. Wurde immer härter. Gelacht hab ich trotzdem.  Heldenhaft, wie die Männer es dann geschafft haben, die Frau zu erschießen. Normalerweise sind da ja kulturelle Sperren, aber das darf nicht so weit führen, daß Verbrecherinnen wie Damen behandelt werden. Darauf haben sie keinen Anspruch. Naja, gleich erschießen sollte man sie nicht. Aber vielleicht aufmästen oder so. Denn sie wollen ja immer die Schönste sein. Wahrscheinlich, um den reichsten Mann zu heiraten und die meisten Schuhe zu kaufen.

Naja, nichts für ungut.

Ganz lieben Gruß an alle treuen Leser. 

27.12.06 16:55


Silverstergruß

Allen Lesern die besten Wünsche zum bevorstehenden Jahres-Endzeit-Fest. Wird bestimmt mächtig knallen, und man fragt sich: Was knallt mehr - die Böller oder der Sekt? Mal sehen. Zu Neujahr sind wir schlauer.

 

Jahresende hat mich früher immer total deprimiert. Es war so, als stünde permanent die Frage im Raum, ob man im vergangenen Jahr gut genug war, genug geleistet hat, und die Antwort war fast immer: Ich bin nicht gut genug, ich habe nichts geschafft. War schlimm.

In diesem Jahr war´s eindeutig besser. Wahrscheinlich habe ich auch dies Jahr nicht genug geleistet, aber das kratzt mich nicht mehr.

 

Mögen sich meinen lieben Lesern alle Wünsche im kommenden Jahr erfüllen; auch die, von denen Ihr gar nicht wußtet, daß sie überhaupt in Euch schlummern. 

30.12.06 11:31


Ein falscher Satz

Seltsam, wie eine scheinbare Kleinigkeit alles verderben kann. Nehmen wir zum Beispiel Muskatnuß. Eine Prise zuviel, und das ganze Essen ist ungenießbar. Oder jemand spricht ununterbrochen Gutes und Richtiges - aber dann kommt eine falsche Bemerkung mit einem falschen Unteron, irgendein Nebensatz vielleicht nur, der unschöne Rückschlüsse zuläßt, und die betreffende Person verliert ihren charismatischen Glanz. Man fragt sich dann, ob nicht all das Gute und Richtige nur ein Transportmittel gewesen ist für diesen einen Nebensatz, der das Kartenhaus der Symathie zum Einsturz bringt.

Ich glaube, "seltsam" ist immernoch mein Lieblingswort. Vielleicht nehme ich es mit hinüber ins neue Jahr.

31.12.06 10:36





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