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Das Mysterium der Buchtitel

Wie wichtig ist ein Buchtitel im Hinblick auf den Verkauf? Total genial fand ich seinerzeit den Titel "Salomos Kunst". Wer nur ein Quentchen Verstand hat, so dachte ich, der muß doch sofort auf diesen Köder anspringen. Aber es war nicht an dem. Ein Freimaurer fragte schüchtern an, ob das wohl etwas mit Freimaurerei zu tun habe; hatte es nicht; also war nix.

Interessiert es wirklich keinen, was Salomo konnte? Jeder, der von ihm gelesen hat, sollte doch sein wollen wie er. (Bis auf das Ende. Das war nicht so gut.) Und dann muß man doch wissen wollen, was er denn so Besonderes konnte und wie man das lernt.

Naja. So kann man sich täuschen.

Total begeistert war der Hänssler-Verlag, als ihnen einfiel, mein Buch "Der Mount Everest am Nordpol" zu nennen. Mir kam der kalte Kaffee hoch, aber ich habe höflich geschwiegen, weil ich ja immer möglichst keinen ärgern will. Ich hatte das Buch "Die Wiederkehr der Wunder" nennen wollen. Ein Buch, das so heißt, hätte zumindest mich brennend interessiert.

Bei Pauli gab es auch ein Durcheinander. Zuerst hieß das Buch "Jesus, Pauli und das Geld". Ehrlich, ich weiß wirklich nicht, wie es passiert ist, daß sich dann Becki auf Platz 1 gedrängt hat, so daß das Buch jetzt "Becki, Pauli und das Geld" heißt. Es ist halt irgendwie passiert. Das war ganz schön ungezogen von Becki. Wenn es einen Band 3 gibt, kommt Jesus wieder auf Platz 1, wo er auch hingehört.

 

 

1.2.07 16:58


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Opa in Ägypten

Im zweiten Pauli-Band erhält ein Neunzigjähriger einen dubiosen Brief aus Amerika, worin er aufgefordert wird, eine große Summe Gebühren zu bezahlen, um an ein großes Erbe zu kommen. In dieser Geschichte habe ich versucht, unserem Opa und unserer Oma ein kleines (einigermaßen freches) Denkmal zu setzen.

Unser Opa und unsere Oma kennen das Buch und die Geschichte nicht. Und in der Geschichte verlangt der Neunzigjährige eine Reise nach Ägypten.

Witzigerweise hat unser Opa einige Wochen nach Erscheinen des Buches eine Reise nach Ägypten gebucht, und just in diesem Moment dürfte er irgendwo auf den Wellen des Nils von einer historischen Sehenswürdigkeit zur nächsten schippern. Oma macht sich natürlich Sorgen, auch wenn sie es nicht so zeigt. Denn Ägypten ist ja sehr weit weg. Und Opa ist ja ein ziemlicher Draufgänger, der ständig weite Fußmärsche unternimmt. Er ist fit wie ein Turnschuh, wer weiß, was er alles in Ägypten auf eigene Faust und ohne Reiseleitung zu erkunden versucht.


Es ist schon witzig - da denkt man sich etwas aus, und plötzlich ist es wahr. Mal gucken, ob noch mehr kommt.

 

19.2.07 13:48


Ich weiß ja nicht, wer hier mitliest. Vielleicht auch "Onkel Christian"? (Wenn jemand den Blog abonniert, bleibt er für mich anonym. Ich weiß also nur, wie viele Abonnenten ist habe, aber nicht, wer es ist.)

"Onkel Christian" aus "Becki, Pauli und das Geld" gibt es wirklich. Beruflich hat er mit nichts weniger als mit Lyrik zu tun. Das steht ja auch schon im Buch. Aber vielleicht wird es tatsächlich irgendwann wahr, daß seine Gedichte für ein schmales Bändchen reichen, das er dann entweder anonym oder unter Pseudonym drucken läßt und es dann hier und da mit Absicht vergißt in der Hoffnung, daß jemand es findet, dem es nützt. Das entspräche ganz und gar seiner Art, den Umgang mit der Lyrik zu sehen.

Er ist ein schönes Beispiel für Inspiration. Sich hinsetzen und sagen: "So, jetzt schreibe ich mal ein Gedicht", das könnte er wohl nicht. Aber manchmal kommt die Inspiration mit voller Wucht über ihn, praktisch ein fertiges Gedicht, das er nur so und nicht anders aufschreiben kann. Die Sachen haben dann zumeist ganz gewaltigen Tiefgang. Insofern hält er sich auch nicht für einen Lyriker, sondern für jemanden, der etwas bereits Fertiges einfach nur empfängt und niederschreibt. Sehr viele Gedichte sind auf diese Weise innerhalb der letzten zwei Jahre noch nicht entstanden - ich schätze, es sind jetzt rund 20. Er ist Christ, und die Gedichte verblüffen durch einen ganz individuellen, intensiven Zugang zum Glauben.

Würde mich freuen, wenn er es irgendwann wie "Onkel Christian" aus dem Buch machen würde. So kämen seine Gedichte dann ganz unspektakulär und ohne große Wichtigtuerei unters Volk.

Opa ist jetzt übrigens wohlbehalten wieder zu Hause.

:-))

22.2.07 13:44





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